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Hilden. Adventstrubel und Vorweihnachtsstress - wer hat da schon Zeit, in die Oper zu gehen. Das dachte sich auch Reinhard Dix vom MusikTheater "Classicats" und machte gemeinsam mit dem Sinfonie-Orchester Niederberg unter der unterhaltsamen Leitung von Matthias Kaufmann dem Publikum in der Musikschule ein reizvolles Angebot: Drei Opern in zwei Stunden bot der Abend unter dem Titel "Figaro ist verreist". |
Rheinische Post v. 22. Nov. 2004Amüsanter Klassik-MixCarmen, Figaro und Wildschütz „Drei Opern in zwei Stunden“ versprach ein bestens aufgelegtes Ensemble. Und sorgte in der Kant-Aula für ein begeistertes Publikum. Von Ruth Ortlinghaus |
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Konzertkritik, veröffentlicht in der WAZ Tollhaus Oper - ganz ohne Figaro Sinfonie-Orchester Niederberg und Classicats zeigten amüsanten Werk-Mix im Forum
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Ein "Best of Opera", eine Zusammenstellung der schönsten Opern-Arien - das gibt es in Konzerten immer wieder zu hören. Aber aus den Hits dreier bekannter Opern mit viel Witz ein ganz neues Stück zu weben - diese Idee hat schon was. Umgesetzt wurde sie mit Charme und musikalisch überzeugend vom Sinfonie-Orchester Niederberg und dem Classicats Musik-Theater - und zwar unter dem bezeichnenden Titel "3 Opern in 2 Stunden" (oder: "Figaro ist verreist"). Die Ouvertüre verriet den Premierengästen im Forum Niederberg unmissverständlich, was sie im weiteren Verlauf des Abends erwarten würde: War sie doch gewissermaßen ein Medley (wunderbar frisch arrangiert von Orchesterleiter Matthias Kaufmann) der bekannten Vorspiele aus W. A. Mozarts "Die Hochzeit des Figaro", Georges Bizets "Carmen" und Albert Lortzings "Wildschütz". Genau diesen drei beliebten Werken waren nicht nur die Melodien entliehen, sondern auch die Figuren. Da traf die Contessa Almaviva ("Figaro") auf den Schulmeister Baculus ("Wildschütz"), machte Lortzings Gretchen gemeinsame Sache mit Bizets Carmen. Das Ganze gewürzt mit etwas List und ganz viel Liebe - wie es sich für eine Oper so gehört - und fertig war das neue Werk. Überraschen mag, dass es in dieser Collage aus Musiken und Motiven keinerlei Brüche gab. Das Orchester - gut aufgelegt und den Gesangssolisten ein aufmerksamer Begleiter - hielt die ganze Zeit über die Spannung. Und die Classicats-Sänger - ebenso wie die Instrumentalisten überwiegend Amateure - entwickelten ihr Spiel mit einem Augenzwinkern, das über alle Irrungen und Wirrungen hinweg trug. So ließ Sopranistin Barbara Reh schon mit ihrer ersten Arie "Hör mein Flehen" ihre Contessa recht überkandidelt daherkommen. Und Carmen, die doch eigentlich Unwiderstehliche mit ihrer gefühlvollen Arie "Ja, die Liebe hat bunte Flügel" (Juliane Löffler), jagte den Herren dieser speziellen Oper mit ihrem fordernden Auftreten - meist bei passendem Rotlicht übrigens - richtig Angst ein. Großen Spaß hatte das Publikum vor allem auch an den Auftritten von Reinhard Dix als Schulmeister Baculus: Er überzeugte mit markantem Bass ("5000 Taler") und komischem Talent. Nina Grontzki Weitere Aufführungen: 19. November, 20 Uhr, Immanuel-Kant-Gymnasium, Heiligenhaus; 28. November, 18 Uhr, Musikschule Hilden. |
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22.11.2004 / LOKALAUSGABE / HEILIGENHAUS Ein Feuerwerk von Theater und Opernmelodien geboten "Sinfonieorchester Niederberg" und "Classicats" in der Aula |
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Was sie jetzt nicht wissen - da unten sitzt ein Orchester. Ich lasse die jetzt aufstehen, das sehen sie zwar nicht, aber wenn sie ein bisschen Lärm machen, weiß das Orchester auch, dass sie da sind." Mit diesen humorigen Worten begrüßte der ebenfalls nur halb zu sehende Dirigent Matthias Kaufmann in der Aula des Kant-Gymnasiums das Publikum, das sich eingefunden hatte, um der Koproduktion des Sinfonieorchesters Niederberg und des Musiktheaters Classicats zu lauschen und zuzusehen. Und so lustig wie der Beginn wurde der ganze Abend. Denn nachdem die Überraschung über den doch eher ungewohnten Anblick eines Orchestergrabens vor der Bühne abgeklungen war, gab es ein wahres Feuerwerk an Theater und Oper für die leider viel zu wenigen Zuschauer und -hörer. "Figaro ist verreist" - so hieß der Mix aus drei Opern, der mit berühmten Melodien und Gesängen aus "Der Wildschütz", "Carmen" und "Figaros Hochzeit" und einer eigens entworfenen Handlung aufwarten konnte. Die Hauptpersonen aus allen Opern bunt zusammengewürfelt und miteinander verbändelt, Briefe, die den falschen Adressaten zugestellt werden und für viel Verwirrung sorgen sowie eine äußerst kurzweilige Handlung, die mit lustigen Anspielungen nur so gespickt war ("Was hast du denn gelernt, Gretchen?" "A, B, C, D . . ." "Das ist ja nicht viel. Reicht gerade für Günther Jauch"), das alles sorgte für viel Abwechslung. Gretchen und die Gräfin Almaviva, Carmen und Graf Eberbach passen im Grunde hervorragend zusammen, denn um ganz viel Liebe und Untreue sowie Zwischenmenschliches im Allgemeinen geht es ja ohnehin in allen drei Opern. Das Sinfonieorchester spielte sehr harmonisch und von Dirigent Kaufmann souverän geleitet so bekannte Stücke wie "5 000 Taler", "Ja, die Liebe hat bunte Flügel" und "Hör mein Flehen" - bestimmt ist dieses Stück außerdem selten so schön im Bademantel und mit einem Handtuch um den Kopf von einer leicht überkandidelten Gräfin vorgetragen worden. Hervorragende Solisten der Classicats - die meisten Amateure - mit ebenfalls viel schauspielerischem Talent, ein gut aufgelegtes Orchester und ein komplett neues Stück ganz ohne Figaro - denn der war ja verreist. "Das ist mal ganz was anderes", sagte eine Besucherin in der Pause und klang durchaus angenehm überrascht. Wenn das in "Mercedes" umbenannte Gretchen versehentlich "Kia", "Clio" oder "Isetta" gerufen, ein Schmuggler in Außenwirtschaftskaufmann umbenannt und das Pistolenduell mit Wasserpistolen ausgetragen wird, dann könnte dieses neue Stück gerade auch für Opernmuffel eine wunderbare Gelegenheit sein, erste Erfahrungen mit diesem Genre in einer etwas "lockereren" Umgebung zu machen. "Drei Opern in zwei Stunden" waren angekündigt - das ging prima. sar
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